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Kindheit in totalen Institutionen: Minderjährige in DDR-Psychiatrien und die heutigen Folgen

Datum: 13.09.2021
Rubrik: Nachrichten

Neue Filmreihe „Trotzdem ICH“ erschienen 

Die Filmreihe erzählt, wie Betroffene, die als Kinder und Jugendliche schwerwiegende belastende Erfahrungen in psychiatrischen Kliniken machten, heute mit dieser Erinnerung leben und wie sie ihr Leben prägt. Zwei der Filmprotagonisten ringen seit Jahren mittels künstlerischen Arbeitens als Bildhauer bzw. Maler um ein sinnstiftendes Leben ohne Stigmatisierung. In den Filmen kommen Betroffene zu Wort sowie Menschen, die sie unterstützend begleiten. Zwei Experten sprechen über die historische Dimension der Lage von Kindern und Jugendlichen in psychiatrischen Kliniken der DDR. 

Das Projekt entstand in Kooperation der Lebenshilfe Landesverband Brandenburg e. V. und der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur. Hintergrund ist die Arbeit der Stiftung Anerkennung und Hilfe im Land Brandenburg, durch welche Menschen, die vor 1990 Leid und Unrecht erlitten, unterstützt werden. Die Aufarbeitungsbeauftragte trägt eine entsprechende Beratungsstelle, in der bisher fast 1.700 Betroffene beraten wurden und an 1.546 Menschen eine materielle Unterstützung im Gesamtwert von 16 Mio. Euro ausgezahlt wurde. Der Landesverband der Lebenshilfe hat in den 90er Jahren einen wichtigen Beitrag zur Enthospitalisierung der betroffenen Männer und Frauen geleistet und ist Träger mehrerer Wohnstätten für Menschen mit Behinderungen. Er setzt sich dafür ein, dass jeder geistig behinderte Mensch so selbständig wie möglich leben kann und ihm so viel Schutz und Hilfe zuteilwerden, wie er für sich braucht. 

Bei der Pressekonferenz wurden Auszüge aus der Filmreihe gezeigt. Die Aufarbeitungsbeauftragte, Dr. Maria Nooke, sagte dazu: „Viele Menschen haben sich in der Anlauf- und Beratungsstelle geöffnet und in sehr emotionalen Gesprächen mitunter zum ersten Mal über ihre belastenden Erlebnisse berichtet. Ich habe große Hochachtung davor, wie sie ihr Leben bewältigen. Die beiden Künstler im Film stehen dafür exemplarisch. Die Filmreihe möchte zur Sensibilisierung für das Schicksal dieser Menschen beitragen.“ 

Die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Landesverband Brandenburg e. V., Susanne Meffert, sagte zu dem Filmprojekt: „Darüber zu reden und sich zu erinnern ist wichtig. Es zu sehen und den Menschen zuzuhören soll helfen, eine Wiederholung zu verhindern. Menschenwürde ist Menschenwürde, für alle.“ 

Die Filmreihe finden Sie auf der Homepage der LAkD unter  https://aufarbeitung.brandenburg.de/kontakt/stiftung-anerkennung-und-hilfe/filme-1-5-trotzdem- ich/ 

Die Filme stehen auch in einer Fassung für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen in Deutscher Gebärdensprache und mit Untertiteln zur Verfügung. 

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