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Kunst im Vorbeigehen

Datum: 06.04.2021
Rubrik: Nachrichten

WohnBau Frankfurt und Europa-Universität machen Kunstwerke in der Großen Scharrnstraße sichtbar

Unter der Leitung der WohnBau Frankfurt und in Kooperation mit der Europa-Universität Viadrina wurde in den zurückliegenden Monaten das Projekt „Kunst im Vorbeigehen“ umgesetzt, gefördert durch das Land Brandenburg. Entstanden ist eine ständig erweiterbare Online-Dokumentation zu den Kunstwerken der Großen Scharrnstraße in Frankfurt (Oder) in Form von Webseiten (www.kunst-im-vorbeigehen.de). Informations-Stelen im nördlichen und südlichen Zugangsbereich der Fußgängerzone laden die Passanten ein, den Blick auf die Werke und Künstler zu öffnen. Genauso wie die Projektflyer, die unter anderem bei der Genossenschaft, der Tourist-Information und der Stadtverwaltung ausgelegt sind, vermitteln sie erste Fakten und verfügen über eine Übersicht aller Kunstwerke sowie einen Lageplan ihrer Verortung.

In Frankfurts Fußgängerzone der Großen Scharrnstraße sind so viele Kunstwerke zu finden, wie an keinem anderen Ort der Oderstadt. In den Jahren 1986 bis 1988 wurde dieser Abschnitt gemeinsam mit einigen Künstler*innen aus der Region entworfen. Die baubezogene Kunst - ein Markenzeichen des Bauwesens der DDR - zeigt sich hier als ein Zeugnis der postmodernen Suche nach Vielfalt. Durch eine Freiheit der Gestaltung und der Motivauswahl wurden sehr unterschiedliche und zum Teil sozialkritische Werke hervorgebracht, die von realistischen bis hin zu abstrakten Darstellungen reichen. Einige berühren die Sehnsucht nach der verlorenen Altstadt und der bis ins Mittelalter zurückreichenden Stadtgeschichte. Andere spiegeln die politischen Sorgen und Hoffnungen der Zeit wieder.

Die entstandene Dokumentation basiert auf den Ergebnissen der Seminare, die mit den Masterstudierenden der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Viadrina in den Jahren 2019 bis 2021 unter der Leitung von Prof. Dr. Paul Zalewski durchgeführt wurden. Die bereits enthaltenen Portraits der Künstler*innen und Kunstwerke sind komprimierte Versionen von weitaus umfangreicheren Seminararbeiten der Studierenden. Weitere werden aktuell im Rahmen des Seminars erarbeitet und im Laufe des Jahres ergänzt. 

Die Webseiten bilden außerdem Wissenswertes zur Entstehung der Straße und ihrer Werke ab, untermauert durch authentische Beiträge, unter anderem in Form von Presseveröffentlichungen. Die Zeitungsartikel stammen aus einer privaten Sammlung des kürzlich verstorbenen Günther Hartsch, der als Mitarbeiter im Büro für Stadtplanung beim Rat der Stadt Frankfurt (Oder) an der Entstehung der Straße beteiligt war.

Neben der aktuell andauernden, behutsamen Sanierung des Gebäudekomplexes durch die WohnBau Frankfurt ist die Umsetzung des Projektes „Kunst im Vorbeigehen“ ein weiterer Baustein zur Wiederbelebung der Großen Scharrnstraße. Aktuell startet eine Arbeitsgemeinschaft bereits das nächste Projekt zur Revitalisierung der Fußgängerzone. „Neues Leben für die Große Scharrnstraße“ ist Titel und zugleich Ziel des Vorhabens. Ein Pop-Up-Store für Gründer*innen, eine Ausstellung sowie eine Event-Reihe sollen Frankfurter und Gäste unserer Stadt in die Straße locken und Interesse wecken. Das Konzept wurde mit dem 4. Platz der CityOffensive 2021 der IHK Ostbrandenburg und einem Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro ausgezeichnet.

Die Projektpartner laden alle Interessierten herzlich ein - zu einem Spaziergang entlang der „Kunst im Vorbeigehen“ und zu einem Online-Besuch der Dokumentation unter www.kunst-im-vorbeigehen.de.

Foto v.l.n.r.: Olaf Runge und Dirk Oeltjen (Vorstand, WohnBau Frankfurt), Prof. Dr. Paul Zalewski (Professur für Denkmalkunde, Europa-Universität Viadrina), Charlotte Müller und Antje Wilke (Studierende, Europa-Universität Viadrina)

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