Nachrichten

Protest gegen Schließungspläne von Thyssenkrupp Rothe Erde

Datum: 25.11.2020
Rubrik: Nachrichten

Betriebsrat legt Konzept für eine Zukunftsperspektive und den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort Eberswalde vor. Geschäftsführung erhöht den Druck.

Die Arbeitsplätze der Kolleginnen und Kollegen bei Rothe Erde in Eberswalde sind weiterhin akut gefährdet. Gespräche zwischen IG Metall, Betriebsrat und der Geschäftsführung über den Erhalt des Standortes am Freitag, 13. November, verliefen ergebnislos. Die Geschäftsleitung der Rothe Erde GmbH mit mehr als 1900 Beschäftigten hält offensichtlich an ihrem Plan fest, den Standort Eberswalde Ende 2021 schließen zu wollen. Die Begründung der Geschäftsführung: Mögliche Marktverlagerungen. Die Frage der Belegschaft ist klar: „Gilt das nur für unser Werk in Eberswalde?“

Vor dem Werk hatten die Kolleginnen und Kollegen die Vertreter der Geschäftsleitung lautstark empfangen und unmissverständlich klargemacht, dass sie um ihre Arbeitsplätze kämpfen werden. Das Vorhaben der Arbeitgeberseite ist für sie nicht nachvollziehbar und inakzeptabel: Spätestens mit den erarbeiteten Ideen der Belegschaft wurde durch den Betriebsrat ein plausibles Konzept für eine Zukunftsperspektive und den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort Eberswalde vorgelegt.

Die aktuelle Situation bei Rothe Erde in Eberswalde ist nicht hausgemacht, sondern Folge der unternehmensinternen Arbeitsteilung, so die IG Metall. In Eberswalde werden zurzeit Wälzlager für Windkraftanlagen gefertigt, vorwiegend für einen Kunden. Im Konzept zeigt der Betriebsrat auf, wie die Schwierigkeiten am Standort Eberswalde überwunden und die Arbeitsplätze dort erhalten werden können. Eine der Möglichkeiten für die Bestandssicherung des Werkes in Eberswalde ist eine gerechte Verteilung der Lasten der Marktentwicklung auf alle drei Standorte von Rothe Erde, also auf Dortmund, Lippstadt und Eberswalde.

„Das Werk Eberswalde hätte mit einem breiter aufgestellten Produktportfolio und einem größeren Kundenkreis eine gute Zukunftsperspektive. Für eine solche strategisch nachhaltige Neuausrichtung des Standortes Eberswalde braucht es jedoch die Unterstützung der Geschäftsführung und des Konzerns. Was die Qualifikation und das Engagement der Beschäftigten betrifft, sind die Voraussetzungen hierfür optimal“, sagt Holger Wachsmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg.

Im internen Vergleich der Werke an den drei Standorten liegt das Werk Eberswalde nach Angaben des Betriebsrates bei Durchlaufzeiten sowie Fertigungs- und Ausschusskosten vorn. Die Belegschaft hat zudem Einsparpotential in Millionenhöhe für das Werk in Eberswalde identifiziert, unter anderem durch Optimierung der Fertigungsprozesse und günstigeren Rohmaterialeinkauf.

„Effizienzsteigerungen und Kostenreduzierungen im Werk Eberswalde sind kurzfristig realisierbar und neue Kunden sind ebenfalls mittelfristig akquirierbar. Aus Sicht der IG Metall ist es verantwortungslos, das Werk in Eberswalde angesichts seines Potentials und seiner Bedeutung für Stadt und Region zu schließen“, sagt Holger Wachsmann. „Dagegen werden sich die Beschäftigten wehren. Unsere Haltung dazu ist klar, wie auf den Transparenten vor dem Werk zu lesen: thyssenkrupp Rothe Erde gehört zu Eberswalde.“

Foto: IG Metall Ostbrandenburg

Weitere Meldungen aus dieser Rubrik

Corona-Lockdown: Verlängerung bis...

Kontakte weiter reduzieren und Infektionen senken Die bestehenden Einschränkungen aufgrund der... [zum Beitrag]

Mayors for Peace begrüßen...

Am Freitag, 22. Januar 2021 tritt der von den Vereinten Nationen im Jahr 2017 verabschiedete... [zum Beitrag]

Der 26. „Kleist-Förderpreis für...

Das Kleist Forum Frankfurt (Oder) und die Stadt Frankfurt (Oder) haben auf einer Pressekonferenz die... [zum Beitrag]

Unser Leistungsspektrum entwickelt...

Die Pandemie hat uns alle noch fest im Griff. Auch in diesen Zeiten hat unser Haus den Anspruch,... [zum Beitrag]

Natürlich Brandenburg – Nomen est Omen

#IGWDigitial2021: Natürlich Brandenburg – Nomen est Omen: Regionalmarketing ist Schwerpunkt im Jahrbuch... [zum Beitrag]

Weniger Verletzte bei...

Im November 2020 registrierte die Polizei bei Verkehrsunfällen auf den Straßen des Landes... [zum Beitrag]

Polizeinachrichten 22. Januar 2021

Eisenhüttenstadt – Presseerzeugnisse gestohlen Wie der Polizei am 21.01.2021 angezeigt wurde, haben... [zum Beitrag]

MIL und Autobahn GmbH unterzeichnen...

Seit 1. Januar 2021 ist die Autobahn GmbH des Bundes zuständig für die Infrastrukturmaßnahmen an der A10... [zum Beitrag]

Polizeinachrichten 21. Januar 2021

Eisenhüttenstadt – Auto verschwunden Wie der Polizei am 20.01.2021 angezeigt wurde, ist im Zeitraum... [zum Beitrag]