Nachrichten

Kleist-Museum Frankfurt(Oder) konnte wertvolle Kleist-Handschrift erwerben

Datum: 20.11.2020
Rubrik: Nachrichten

Anlässlich des morgigen 209. Todestags des Dichters Heinrich von Kleist konnte das Kleist-Museum eine wertvolle Kleist-Handschrift erwerben. 

Heinrich von Kleists schriftlicher Nachlass ist verschwindend gering: zwei – unvollständige – Dramen-manuskripte und 19 Gedichtabschriften/Tagebucheinträge sind erhalten. Nicht nur die Handschriften seines dramatischen, erzählerischen und publizistischen Werks, auch der weitaus überwiegende Teil der Korrespondenzen des Dichters sind verloren. 235 Briefe sind im Wortlaut bekannt. Nur 173 Kleist-Briefe sind im Original erhalten – und weltweit verstreut. 

Das Kleist-Museum konnte jetzt, pünktlich zum 209. Todestag des Dichters am 21. November, eine weitere Handschrift erwerben und damit seine Sammlung auf 11 Autografe erweitern.

Der Ausbau des Konvoluts an Kleist-Handschriften ist das Ergebnis systematischer Erwerbungsbemühungen des Kleist-Museums. Zuletzt konnte das Haus im Juni 2019 ein verloren geglaubtes Autograf des Jahres 1810, ebenfalls an Reimer adressiert, von einer privaten Autografenbesitzerin als Dauerleihgabe erwerben.

Das soeben erworbene Exemplar ist ein Einzelblatt auf chamois Papier ohne Wasserzeichen. Es gehört
zu den Billets und kurzen Briefen, die Kleist 1810 und 1811 an seinen Verleger Georg Andreas Reimer schrieb. In diesem Billett vom 12. Januar 1811 bittet Kleist darum, „mir zwei Ex. meiner Erzählungen zu überschicken und auf Rechnung zu setzen“. 19 Schriften an den Verleger sind bekannt und in Band IV/3 (Briefe, 3. Band) der Brandenburger Ausgabe „H. v. Kleist. Sämtliche Werke“ verzeichnet, 13 liegen heute noch als Originale vor. Die Handschrift war zuletzt vom Auktionshaus Stargardt aus der Sammlung Siegfried Unseld zurückgekauft worden, nun ist sie Eigentum des Kleist-Museums.   

Der Erwerb wurde ermöglicht durch eine Erbschaft einer großen Kleist-Freundin. Gabriele Führer (1958-2019), literaturbegeisterte Bibliothekarin aus Bückeburg, hatte früh ihre besondere Leidenschaft für Heinrich von Kleists Werk und Persönlichkeit entdeckt und ließ sich jede Neuerscheinung schicken.
Als sie an MS erkrankte, war Kleist neben Novalis ihr wesentlicher Trost. Dem Kleist-Museum blieb sie auch in der Zeit ihrer schweren Erkrankung über Telefonate verbunden. Ihr Testament sah vor, ihren Nachlass zu veräußern und den Ertrag gleichmäßig unter der Multiple-Sklerose-Gesellschaft, der Novalis-Stiftung und dem Kleist-Museum aufzuteilen, dem das Erbe nun den Ankauf dieses Briefes ermöglichte. "Frau Führers Interesse an unserem Dichter war bewegend", sagt die Direktorin Hannah Lotte Lund, "wir sind sicher, es hätte sie gefreut, den Schatz des Kleist-Museums um ein Stück zu erweitern."

 

Foto: ©Tobias Tanzyna

Weitere Meldungen aus dieser Rubrik

Zweiter Bauabschnitt im Wohngebiet...

Erste Straße im zweiten Bauabschnitt des Wohngebietes Fischerstraße übergeben Beim... [zum Beitrag]

Scheckübergabe Gesundheitscampus

Scheckübergabe Gesundheitscampus in Eisenhüttenstadt [zum Beitrag]

Präsentation des neuen...

Im Beisein des Frankfurter Bürgermeisters, Claus Junghanns, und weiterer Partner wurde am 3. Dezember der... [zum Beitrag]

Frankfurt (Oder) - Veränderte...

Fällt ein Abfuhrtag auf einen Feiertag, verschieben sich dieser und alle darauffolgenden Abfuhrtage der... [zum Beitrag]

Jubiläum des Städtischen Museum...

Auch für das Städtische Museum Eisenhüttenstadt ist 2020 ein Jubiläumsjahr. Am 06. Dezember... [zum Beitrag]

Bundespolizei beschlagnahmt 55 kg...

Am Freitag entdeckten Bundespolizisten verbotene Feuerwerkskörper in einem Fahrzeug auf der... [zum Beitrag]

Mit angepasster Landnutzung,...

Umweltminister Axel Vogel zum Weltbodentag (5.12.)  “Böden sind zusammen mit Wasser und... [zum Beitrag]

Neuer Fotokalender 2021 in EH

Neuer Fotokalender 2021 in EH [zum Beitrag]

10. Brandenburger Sensornetztag am...

Digitale Technologien bieten großes Optimierungspotential für das Gesundheitswesen Frankfurt (Oder).... [zum Beitrag]