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Afrikanische Schweinepest: Kerngebiete mit Zäunen gesichert

Datum: 20.11.2020
Rubrik: Nachrichten

Fallwildsuche durch Bundeswehr abgeschlossen 

Zehn Wochen nachdem erstmals in Deutschland der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) beim Schwarzwild amtlich festgestellt wurde, hat sich Anzahl der bestätigten ASP-Fälle bei Wildschweinen in Brandenburg auf 168 erhöht, allein 137 davon wurden im Landkreis Oder-Spree geborgen (Stand 20. November 2020). Drei Kerngebiete des Seuchengeschehens sind im Land Brandenburg ausgewiesen. Zwei dieser Zonen, in denen besonders starke Restriktionen für Bewohner, Land- und Forstwirtschaft und Jagd gelten, liegen zu weiten Teilen im Landkreis Oder-Spree. 

Die Maßnahmen des Landes Brandenburg gegen die Afrikanische Schweinepest, die von den betroffenen Landkreisen umgesetzt werden, wurden in einem jetzt veröffentlichten Bericht des EU-Veterinärnotfallteams (EU Veterinary Emergency Team EUVET) als richtig und notwendig beschrieben. Die für jeden sichtbarste Veränderung ist die Einzäunung der Kerngebiete. Der Bau eines festen Wildzaunes entlang der Grenze zu Polen ist im Landkreis Oder-Spree abgeschlossen und das erste Kerngebiet (Dorchetal) wurde in Oder-Spree mit einer doppelten Umzäunung begrenzt. Die beiden Zaunreihen in einem Abstand von rund fünf Kilometern verlaufen in einem Halbkreis von der Oder nördlich von Eisenhüttenstadt bis in den Landkreis Spree-Neiße, wo der Landkreis Oder-Spree den Nachbarkreis beim Zaunbau unterstütz hat. Allein diese drei realisierten Zaunprojekte haben zusammen eine Länge von 130 Kilometern. Hinzu kommen rund 90 Kilometer Bauzaun oder Weidezaun mit denen das neue, viel größere Kerngebiet (Oelsetal) in einem ersten Schritt vorläufig gesichert wurde. Die realisierten und weiter geplanten Zaunverläufe können auf der Webseite des Landkreises abgerufen werden: https://www.landkreis-oder-spree.de/Afrikanische-Schweinepest – dort unter dem Punkt ASP-Restriktionszonen. 

Weit vorangeschritten ist die Fallwildsuche auch im neuen Kerngebiet. Phasenweise waren gleichzeitig bis zu 140 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr gemeinsam mit den ortskundigen Jägern und unterstützt von einem Drohnenteam und Kadaversuchhunden im Gelände unterwegs. Heute beenden sie ihren Einsatz. „Ich kann mich für diese großartige Unterstützung nur bedanken. Die Truppe hat eine ausgezeichnete Arbeit abgeliefert und ganz entscheidend dazu beigetragen, dass wir in kurzer Zeit ein solides Lagebild auch für unser zweites Kerngebiet gewinnen konnten“, schätzt Petra Senger, Amtstierärztin des Landkreises Oder-Spree ein. In den kommenden Wochen wird das Monitoring der Flächen auf Fallwild fortgesetzt, dann vor allem durch die Jäger in ihren Revieren und die Landwirte auf ihren Ackerflächen. 

Entscheidend für das Zurückdrängen der Afrikanischen Schweinepest ist die drastische Reduzierung des Schwarzwildbestandes. Zunächst sollen in der doppelt eingezäunten „weißen Zone“ um das erste Kerngebiet des Seuchengeschehens die Wildschweine möglichst komplett entnommen werden. Dazu werden in den nächsten Wochen Fallen zum Einsatz kommen. 

Der Landkreis bittet dringend darum, die im Kerngebiet geltenden Restriktionen einzuhalten: 

  •     Das Kerngebiet nur befahren, wenn es zwingend erforderlich ist!
  •     Wald und Flur im Kerngebiet nicht betreten!
  •     Die Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen nicht behindern!

„Tore in den errichteten Zäunen, sind nicht als Einladung für jeden Bürger zu verstehen, durch das Kerngebiet zu wandern. Sie sind in vielen Fällen für Flächennutzer gedacht, die auf bestimmte Wege angewiesen sind. Wichtig ist, dass jeder, der ein Tor öffnet, es danach auch wieder schließt! Wenn es dabei Defizite gibt, bleibt uns nichts anderes übrig, als Tore dauerhaft zu verschließen. Wir sind auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen“, bekräftigt die Amtstierärztin. „Ich bin mir dessen bewusst, dass wir den Menschen in den betreffenden Gemeinden, den Landwirten, den Forstbetrieben, allen anderen Betrieben, die Land- und Forstflächen nicht nutzen dürfen, sehr viel abverlangen“, hatte Petra Senger in der vergangenen Woche in einem offenen Brief eingeräumt. Ziel aller Maßnahmen ist, die weitere Ausbreitung der für Menschen ungefährlichen, aber bei Schweinen meist tödlich verlaufenden Seuche, zu stoppen und insbesondere ein Übergreifen des Infektions- geschehens auf Nutztierbestände zu verhindern.

Bürgeranfragen im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest:

  •   Telefon: 03366 35-2035 (Montag bis Samstag von 08:00 bis 16:00 Uhr)
  •   E-Mail: asp@l-os.de

Fallwildmeldungen von Schwarzwild:

 

 

Foto: pixabay

 

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