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Literarischer Abend mit drei Frauen in drei Sprachen

Datum: 16.10.2020
Rubrik: Veranstaltungen

Lesung und Gespräch mit Simultan-Übersetzung Eintritt frei, Reservierung erforderlich

Das Kleist-Museum und das Karl Dedecius Archiv mit Sitz am Collegium Polonicum laden am 27. Oktober 2020, 18 Uhr, zu einem literarischen Abend zu Ehren der Übersetzerin Karin Wolff ins Kleist-Museum ein. „Wo ist mein Rock aus allen Blumen der Welt.“ Gedichte verbinden – Papusza, Karin Wolff, Angelika Kuźniak, so der Titel der Veranstaltung.

Anlässlich des Geburtstages der aus Frankfurt (Oder) stammenden und 2018 verstorbenen Karin Wolff erklingen an diesem Abend die Gedichte der von ihr für die deutsche Literatur entdeckten polnischen Roma-Autorin Papusza in drei Sprachen – auf Romanes, Polnisch und Deutsch.
Im anschließenden Gespräch mit Angelika Kuźniak, der Biografin Papuszas, erläutern Agnieszka Brockmann, Leiterin des Karl Dedecius Archivs und Magdalena Paluska, Agentin im Programm 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft der Kulturstiftung des Bundes, die besonderen Umstände, die zur internationalen Bekanntheit Papuszas beigetragen haben. Außerdem versuchen sie, Karin Wolffs Interesse für diese Dichterin und für die Kultur der Roma zu ergründen.

Papusza — mit bürgerlichen Namen Bronisława Wajs – war eine Mitte des 20. Jahrhunderts in Polen berühmt gewordene Roma-Dichterin und Sängerin. Geboren 1908 in Sitaniec bei Zamość, starb sie 1987 in Inowrocław. Schon früh begann sie eigene Lieder auf Romanes zu verfassen. Eine Schule besuchte Papusza nie, dennoch brachte sie sich autodidaktisch das Lesen und Schreiben bei. Doch erst die Begegnung mit dem Dichter Jerzy Ficowski ermutigte Papusza dazu, ihre gesungenen Verse als Gedichte wahrzunehmen und niederzuschreiben.

Ficowski übertrug Papuszas Lieder ins Polnische und machte sie damit erstmalig einem breiten Publikum zugänglich. Die klare Schönheit dieser Gedichte überzeugte Kritikerinnen und Kritiker und brachte der Autorin Anerkennung in Schriftstellerkreisen. Doch für ihre Popularität zahlte sie einen hohen Preis. Wegen Verrat verurteilt, wurde sie aus der Roma-Gemeinde verstoßen.

Die polnische Schriftstellerin und Journalistin Angelika Kuźniak stammt aus Słubice. Sie studierte Kulturwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina und Linguistik an der Università di Macerata. Sie ist Autorin von preisgekrönten Biografien, unter anderem über Marlene Dietrich, Ewa Demarczyk, Zofia Stryjeńska und Olga Boznańska. Zu Heldinnen ihrer biografischen Reportagen macht Angelika Kuźniak immer Künstlerinnen, deren Lebenswege nicht gradlinig verlaufen und die für ihr Künstler-Dasein kämpfen müssen. Ihr Buch über Papusza ist 2013 auf Polnisch erschienen.

Die Faszination für schwierige Autoren und besondere Literatur verbindet die drei Frauen dieses literarischen Abends. Die Unabhängigkeit als Künstlerin und die Freiheit der Meinungsäußerung sind Themen, die das Leben jeder von ihnen prägten.

Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung ist jedoch erforderlich (Tel.: 0335 38722130, E-Mail: kasse@kleist-museum.de), da die Platzanzahl aufgrund der geltenden Abstandsregeln begrenzt ist.

Diese Veranstaltung wird gefördert im Programm 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft der Kulturstiftung des Bundes.

Foto oben: Im Kleist-Museum zu Gast: die polnische Schriftstellerin und Journalistin Angelika Kuźniak ©Małgorzata Golik

Lesung Papusza Karin Wolff: Entdeckte Papuszas Gedichte für die deutsche Literatur: Übersetzerin Karin Wolff (gest. 2018). Foto: unbekannt

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