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Das Naturschutzgebiet Löcknitztal ist durch Tesla bedroht

Datum: 13.10.2020
Rubrik: Nachrichten

Für die Grünen ist Tesla ein Teil ihres Wirtschaftskonzeptes, um aus dem Grünheider Wald- und Seengebiet sowie dem Löcknitztal ein Wirtschaftszentrum zu machen. Für die ÖDP dagegen ist Tesla Teil der großflächigen Zerstörung eines der letzten Rückzugsgebiete der Tier- und Pflanzenwelt im Südosten Berlins.

„Man muss nicht immer gegen alles sein. Wie abwegig, eine Kieferplantage zu einem Wald zu erklären. Man sollte die Kirche im Dorf lassen und die Zukunftsinvestition von Tesla zügig möglich machen.“ Das sagte nicht etwa ein Wirtschaftslobbyist der CDU oder der FDP, nein, das Zitat kommt ausgerechnet von der Grünen Spitzenpolitikerin Ramona Pop. Berlins Wirtschaftssenatorin zeigt, wie gut die Grünen Großindustrie können, aber war diese Partei nicht einmal für ganz andere Ziele angetreten? Geradezu seinen Job verfehlt hat ihr Parteikollege, der brandenburgische Umweltminister Axel Vogel.

Erst am 12. November 2019 erklärte Tesla-Chef Elon Musk passend zum Rahmen auf der Preisverleihung des „Goldenen Lenkrads“ seinen Wunsch nach seiner „Gigafactory“. Ihm geholfen hat sein amerikanischer Stil à la Donald Trump – Widersprüche sind nicht erlaubt. Bereits Anfang Februar begannen die Rodungen. Die brandenburgische Landesregierung nickte mit Blick auf das große Geld die Ideensprünge des Konzernbosses nur ab. Die unwiderrufliche Zerstörung der Umwelt wird mit noch nicht einmal zu Ende geführten Genehmigungsverfahren durchgepeitscht. Ausgerechnet der „grüne Umweltminister“ erteilte die Genehmigung für die bauvorbereitenden Maßnahmen, wie das Anlegen von Baustraßen, nach Paragraph 8a des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Nach nicht einmal einem dreiviertel Jahr ist das Grünheider Waldgebiet großflächig zerstört und das angrenzende Naturschutzgebiet Löcknitztal durch die Folgeinfrastrukturen und ihren Maßnahmen bedroht!

Hier sagt die ÖDP ganz klar: Stopp! Es sind neuerdings Rodungen von Laub- und Mischwald geplant und diese reichen bis an das Löcknitztal heran. Bei dem Löcknitztal handelt es sich um ein Naturschutzgebiet mit einer großen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. Jeder Baum, jede Pflanze trägt dazu bei, dass unser Klima nicht noch schneller kippt. Allein jetzt schon leidet das Naturschutzgebiet unter der von dem Menschen hauptsächlich verursachten Klimaveränderung. Die Sommer sind viel zu heiß, die Niederschlagsmenge viel zu gering, was die Probleme verschärft. Bereits jetzt ist der ökologische Schaden so hoch, dass wir erwarten können, dass ein Umweltminister endlich seinen Job macht!

Das Löcknitztal mit seiner Tier- und Pflanzenwelt ist nicht nur ein Ausflugsgebiet für Wanderer und Radfahrer, sondern bringt dem Menschen die Artenvielfalt näher. Diese kann nicht im Klassenzimmer oder vor dem Computer theoretisch erlernt, sondern muss erlebt werden. Das Naturschutzgebiet ist das Bindeglied zwischen Mensch und Natur. Doch dass jetzt Politiker dieses zerstören, die unter ganz anderen politischen Aussagen angetreten sind, ist für die ÖDP unerträglich. Dabei muss Axel Vogel und der Landesregierung klar sein, dass das Tesla-Werk nur der Anfang sein wird. Weitere Industrieansiedlungen werden folgen. Wohnsiedlungen für Führungskräfte müssen entstehen. Wir fragen: Wo soll diese Fläche herkommen in einem weitgehend geschlossenen Waldgebiet ohne zwangsläufig an Laub- und Mischwälder sowie an bereits Wald mit etablierter Naturverjüngung oder gar an Naturschutzflächen heranzugehen?

Umweltschutz fängt da an, seine Ressourcen maß- und nachhaltig zu nutzen. Es gibt genug Industriebrachen, die ungenutzt „vergammeln“  z.B. in der Strukturwandelregion Lausitz, ebenso mit Autobahn- und Bahnanbindung nach Berlin und zum Flughafen BER. Wald abzuholzen ist billiger als bestehende Industriebrachen umzubauen oder abzureißen. Aber der Gewinn eines Einzelnen kann nicht über das Leben von Mensch und Tier stehen. Deswegen wird die ÖDP hier weiterhin Widerstand leisten und fordert einen sofortigen Baustopp.

 

Foto – ÖDP-Landesvorsitzender Thomas Löb vor der Tesla-Baustelle: © ÖDP Brandenburg Quelle: ÖDP Brandenburg
 

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