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In Schatten der Erinnerung

Datum: 01.09.2020
Rubrik: Veranstaltungen

Veranstaltungen:

11.9.20, 10 bis 17 Uhr, Symposium Im Schatten der Erinnerung
13.9.20, 11 Uhr, Stadtführung zum Tag des offenen Denkmals

In Schatten der Erinnerung. Sowjetische Kriegsgefangene und Kalter Krieg

Tagungsort: Rathaus, Saal der Stadtverordnetenversammlung, Zentraler Platz 1

Aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus veranstaltet das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR ein Symposium zur Erinnerung an die 1941-1945 in deutschem Gewahrsam umgekommenen sowjetischen Kriegsgefangenen.

Etwa drei Millionen Rotarmisten starben infolge völlig unzureichender Versorgung und Gewalt in der Hand der Wehrmacht. Sie bilden die zweitgrößte Opfergruppe der NS-Vernichtungspolitik nach den europäischen Juden. Gleichwohl wurde in der Zeit der Blockkonfrontation nur sehr selten an ihr Schicksal erinnert. Die Sowjetunion und die DDR waren darum bemüht, das Bild der siegreichen Rotarmisten nicht durch Hinweise auf ihr Leiden und Sterben zu beeinträchtigen. Überdies hatte Stalin die Gefangenen seiner Armee pauschal als Landesverräter gebrandmarkt. In der Bundesrepublik galten die Sowjetunion dagegen als feindliche Macht und der Bolschewismus als fortbestehende Bedrohung. Ein Gedenken an sowjetische Opfer war deshalb unerwünscht, wie über die Verbrechen der Wehrmacht insgesamt lange geschwiegen wurde.

Wie kann heute ein angemessener Umgang mit der Geschichte der sowjetischen Kriegsgefangenen aussehen? Diese Frage wird in der Tagung am Beispiel von Eisenhüttenstadt diskutiert.

Aufgrund der Abstandsregeln ist die Teilnehmer*innenzahl limitiert.

Im Anschluss an die Tagung wird ein Teil der Inhalte sowie Mitschnitte online zur Verfügung gestellt: www.alltagskultur-ddr.de/symposium/

Das Symposium findet begleitend zur Ausstellung „Krieg, Befreiung, Freundschaft. Arbeiten aus dem Kunstarchiv Beeskow – Kunst aus der DDR“ statt, die im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR zu sehen ist. Ein Projekt im Rahmen des Themenjahres „Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg“.

Stadtführung zum Tag des offenen Denkmals
Treffpunkt: Platz des Gedenkens

Das Dokumentationszentrum, die Astrid-Lindgren-Grundschule und die Pestalozzi-Schule laden anlässlich des diesjährigen 70. Gründungsjubiläums von Eisenhüttenstadt zu den Ursprüngen der Planstadt ein: zum Wohnkomplex I mit der ersten Schule und dem ersten Kindergarten der Stadt, sowie zum Platz des Gedenkens, ursprünglich Platz der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft, mit dem Ehrenmal für die über 4000 dort begrabenen sowjetischen Kriegsgefangenen.

In der Umgebung der noch schlicht gestalteten Häuser des ersten Wohnkomplexes entstand die Schule I als langgestreckte Randbebauung des Platzes der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft. Vor dem außermittig angeordneten natursteinverkleideten Eingangsportal verkündete am 7. Mai 1953 Walter Ulbricht den Namen der im Aufbau befindlichen Stadt: „Stalinstadt“. Bis zur Umbenennung im November 1961 war dies der Name der jungen Arbeiterstadt.

In der Schule I werden großformatige Wandbilder sowie zwei Lehrkabinette mit historischen Ausstattungselementen besichtigt. Der Rundgang führt weiter in den Hof des angrenzenden ehemaligen Kindergartens I, heute eine sonderpädagogische Förderschule. Hier ist der aufwendig mit farbiger Majolika und Plastiken verzierte „Eulenspiegel-Brunnen“ des Künstlers Herbert Naumann zu sehen.

Eine weitere Station ist der Platz des Gedenkens, ebenfalls in den ersten Jahren der Stadt angelegt. Es war ein Platzraum mit vielfältigen Funktionen: einziger repräsentativer Versammlungsplatz der Stadt, Ort von Feiern aller Art - bis hin zu Weihnachtsmärkten und „Hüttenfesten“-, Naherholungsfläche für die Bewohner der angrenzenden Häuser sowie Spiel- und Sportareal für Kinder.

Allen voran aber bot der Platz einen monumentalen Rahmen für Gedenkfeiern und politische Manifestationen, gestaltet mit einer streng gegliederten Befestigung aus farbigen Betonplatten und achsial ausgerichtet auf den 18 m hohen Granit-Obelisken des sowjetischen Ehrenmals. Mit einem Gespräch über den geschichtlichen Stellenwert dieses mit dem deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion verbundenen Erbes und über Vorstellungen zum künftigen Umgang mit dem Platz soll der Rundgang ausklingen.

Hinweis: Der Rundgang findet phasenweise im Innenraum statt, daher ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes geboten. Aufgrund der geltenden Abstandsregeln ist die Teilnehmerzahl limitiert; eine Anmeldung ist erforderlich.
03364 / 41 73 55 oder info@alltagskultur-ddr.de

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