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Mechanische Spielfiguren im Reich der Musikautomaten

Datum: 20.11.2019
Rubrik: Veranstaltungen

Freitag, 29. November 2019, 17.00 Uhr 

Burg Beeskow, Musikmuseum

Eintritt frei

Ausstellungseröffnung

ZIEH MICH AUF!

Mechanische Spielfiguren im Reich der Musikautomaten

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Sammlung Weidner, Stiftung Judenbach, und dem Förderverein Musikmuseum Beeskow e.V.

30. November 2019 bis 9. Februar 2020

Kleine Spielfiguren zum Aufziehen sind die Highlights in einer ungewöhnlichen Weihnachtsausstellung des Musikmuseums auf Burg Beeskow. Sie stammen aus den Fünfzigern bis Siebzigern, wurden von Rosemarie und Götz Weidner aus München zusammengetragen und haben in der Stiftung Judenbach nahe der Spielzeugstadt Sonneberg ein neues Zuhause gefunden. 

Nun sind rund 100 Modelle nach Beeskow gekommen, um von Kindern und jung gebliebenen Erwachsenen bestaunt zu werden. Der Clou: Die „Baby-Bimbo-Box“, eine Kapelle aus musizierenden Affen, kann ausprobiert werden. Wie die großen Musikautomaten läuft sie zu großer Form auf, sobald die Münze fällt. 

Mechanisches Spielzeug offenbart, dass „Selbstbeweger“ vor allem der Unterhaltung dienen – im Großen wie im Kleinen. Denn der Mensch „ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“ (Friedrich Schiller, 1795). Bereits in der Antike versetzen Automaten die Menschen in Erstaunen. So baut Heron von Alexandria (gest. nach 62) einen originellen Weihwasserspender, der durch den Einwurf einer Münze ausgelöst wird. Der erste Verkaufsautomat der Welt! Auch Jahrhunderte später, in der Renaissance, sind kostbare Automaten in fürstlichen Wunderkammern zunächst eine Art Spielzeug für Erwachsene. Im 19. Jahrhundert wird mechanisches Spielzeug auch in großbürgerlichen Haushalten Mode. Doch sobald die technologischen Voraussetzungen dafür vorhanden sind, greift die Industrie das spielerische Element der Automaten auf. Dem Geschmack der Kleinen angepasst, werden vor allem Puppen und Kuscheltiere in Massenproduktion „aufgerüstet“. Ob menschenähnlich oder in Tiergestalt – die kleinen Figuren sehen drollig aus, sind detailverliebt gemacht und quietsche-bunt. Es ist der altbekannte Federaufzug, der – vom Kind selbst bedient – die Puppen tanzen lässt. Mechanisches Spielzeug wird derart beliebt, dass die zahlreichen Anbieter immer wieder neue Modelle kreieren müssen, um up to date zu sein. In der Ausstellung „Zieh mich auf!“ werden einige dieser Hersteller mit ihren nach 1945 entstandenen Modellen vorgestellt. Zu ihnen zählen Firmen aus zwei Zentren der Spielzeugindustrie: aus dem thüringischen Judenbach und aus dem fränkischen Coburg und Umgebung, wo sich die Hersteller erst im Zuge der deutschen Teilung niedergelassen haben. 

Noch ist mechanisches Spielzeug nicht ganz aus der Mode – in der Ausstellung kann mit einigen Modellen aus heutiger Produktion gespielt werden, frei nach dem Motto „Zieh mich auf!“ Und wer einen kleinen „Mecha“ als Weihnachtsgeschenk mit nach Hause nehmen will, wird im Museumsshop fündig.

 Fotos: ©Burg Beeskow

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