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Fenstererneuerung und Fassadensanierung in der Grundschule Mitte abgeschlossen

Datum: 09.01.2019
Rubrik: Nachrichten

In der Gubener Straße 13a befindet sich eines der ältesten Schulgebäude der Stadt Frankfurt (Oder). Das in den Jahren 1880 – 1882 errichtete Gebäude wurde zunächst für ein staatliches Gymnasium konzipiert, später als Polytechnische Oberschule genutzt, im Jahr 1992 wieder als Friedrichs-Gymnasium eingerichtet und ist heute Sitz der Grundschule Mitte.

In den vergangenen 8 Jahren wurde das unter Denkmalschutz stehende Ensemble aus Hauptgebäude, Turnhalle und ehemaliger Direktorenvilla inkl. des in den 1970er Jahren errichteten Erweiterungsbaus aufwendig saniert. Insgesamt wurden seit 2010 ca. 5,8 Mio Euro in die Baukörper  investiert. Mit dem Geld, das zu einem hohen Prozentsatz aus Fördermitteln stammt, wurden die Innenräume des Hauptgebäudes und des Erweiterungsbaus teilsaniert, die Turnhalle aufgestockt und modernisiert, Akustikmaßnahmen in den Klassenräumen ausgeführt, das Direktorenwohnhaus zum Hortgebäude umgebaut und der Schulhof nebst Sportanlagen neugestaltet. Zuletzt wurden in den Jahren 2017/18 die Fenster in den beiden Schultrakten erneuert und die Fassade des Erweiterungsbaus saniert.

Mit der Erneuerung der Fenster in der Aula fand die denkmalpflegerische Fenstererneuerung und Fassadensanierung am Schulgebäude der Grundschule Mitte im Oktober 2018 nach ca. 1,5 Jahren Bauzeit ihren erfolgreichen Abschluss.

1882 als Friedrichs-Gymnasium errichtet, besaß das Gebäude mit seiner Aula im obersten Geschoss einen der schönsten und repräsentativsten Veranstaltungsräume der Schulgebäude der Stadt Frankfurt (Oder). Eine Besonderheit waren dabei die kunstvoll gestalteten Fenster mit Ornamenten und Glasmalerei.

In enger Zusammenarbeit mit der unteren Denkmalbehörde wurde die Architektur und Farbigkeit der Aula im Laufe der vergangenen Jahre wiederhergestellt. Als letzte umfangreiche Maßnahme mussten die über 30 Jahre alten Verbundfenster erneuert und den modernen technischen und energetischen Anforderungen angepasst werden.

Im Rahmen dieser Maßnahme wurde es dank des Einsatzes von Fördermitteln möglich in die neuen Fensterrahmen wieder handwerklich gefertigte, farbige Glasscheiben einzusetzen.

Durch die Einwirkungen des zweiten Weltkrieges gingen die historischen Fenster mit ihren kunstvoll gestalteten Bleiverglasungen verloren. Abbildungen oder Zeichnungen, die eine originalgetreue Rekonstruktion der Fenster ermöglicht hätten, konnten trotz intensiver Recherchen nicht ermittelt werden. Es gelang aber, die ursprüngliche Fensterteilung anhand historischer Fotos nachzuvollziehen.

Für eine Neugestaltung der Verglasung fertigten mehrere Künstler Entwürfe, sowohl mit historischen als auch mit modernen Motiven.

Bei der Entscheidung für den Entwurf von Herrn Andreas Wolff aus Berlin wurde die erforderliche Flexibilität des Schulgebäudes hinsichtlich der hier angesiedelten Schulform berücksichtigt. Vor einer farbigen Grundverglasung in 3 verschiedenen Farbtönen zeigt der Entwurf Fabeln, die von Kindern jedes Alters verstanden werden und die das Interesse aller Altersgruppen wecken und sie neugierig machen.

Die Arbeiten wurden vom Architekturbüro Jenner & Schulz aus Frankfurt (Oder) betreut.

Die Umsetzung erfolgte durch die Glaswerkstatt Andreas Walter in Berlin. In aufwendiger Handarbeit wurden die neuen Bleiverglasungen hergestellt und bemalt. Um den Anforderungen des Wärmeschutzes zu entsprechen und einen Schutz vor Beschädigungen zu bieten, wurden die Bleiverglasungen in Isolierglasscheiben eingebettet.

Schwierig war es, für die Fensterelemente aus Stahl ein geeignetes, schmales Profilsystem zu finden, das den originalen Fenstern gestalterisch ähnlich war und gleichzeitig die heute dickeren und schwereren Glasscheiben aufnehmen konnte. 

Für die Umsetzung konnte nach öffentlicher Ausschreibung der Bauleistung die Metallbau Jung GmbH aus Passow gebunden werden. In enger Kooperation mit der Glaswerkstatt Walter wurden die neuen Stahlfenster gefertigt und montiert und anschließend die in Handarbeit gefertigten Scheiben eingesetzt.

Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die gestaltete Bleiverglasung nur an den repräsentativen Fenstern der Straßenseite ausgeführt. Rückseitig konnte aber zumindest durch die Ausführung farbiger Gläser, die ebenfalls in eine Isolierverglasung eingebettet wurden, die gleiche Grundfarbigkeit der Scheiben hergestellt werden.

Durch die Farbverläufe in den handgefertigten Gläsern und den gewählten Farben taucht der Raum nun gleichmäßig in ein faszinierendes Farbspiel ein, das durch die historische Wand- und Deckengestaltung, die ebenfalls in den vergangenen Jahren weitgehend denkmalgerecht wiederhergestellt wurde, unterstützt wird.

Im Ergebnis eines aufwendigen Planungs- und Ausführungsprozesses konnte dem denkmalgeschützten Schulgebäude in der Gubener Straße sein repräsentatives Herzstück wiedergegeben werden. Die Schullandschaft der Stadt Frankfurt (Oder) ist um ein besonderes Aushängeschild reicher. 

 

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