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Positive Jahres-Bilanz 2018

Datum: 04.01.2019
Rubrik: Nachrichten

Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt im Dezember 2018:

Arbeitslosigkeit steigt saisonbedingt leicht an /

Positive Jahres-Bilanz 2018: Mehr Beschäftigung, weniger Arbeitslos, bei nach wie vor hohem Personalbedarf der Unternehmen

Im Dezember 2018 ist die Arbeitslosigkeit in der Stadt Frankfurt (Oder) sowie in den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oder-Spree saisontypisch leicht angestiegen. Insgesamt waren diesen Monat 14.072 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 401 mehr als im November, aber 1.403 weniger als im Dezember 2017. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,2 Prozent gegenüber 6,0 Prozent im November. Vor einem Jahr hatte sie noch 6,9 Prozent betragen.

Bezogen auf das gesamte Jahr 2018 entwickelten sich die Arbeitsmarkteckdaten im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) positiv. 

Im Jahresdurchschnitt 2018 fiel die Arbeitslosenquote auf 6,7 Prozent - von 7,2 im Jahr 2017 und 8,2 Prozent im Jahr 2016. Durchschnittlich waren im vergangenen Jahr 15.023 Menschen im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) arbeitslos gemeldet. Das sind 0,5 Prozent weniger als 2017. Damals waren durchschnittlich 16.191 Personen arbeitslos gemeldet.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg 2018 weiter an. Zum Stichtag 30. Juni waren 134.587 Personen mit Arbeitsort in Frankfurt (Oder), Märkisch-Oderland oder dem Landkreis Oder-Spree sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das entspricht einem Plus von 1,3 Prozent im Vergleich zu 2017. Zum selben Zeitpunkt waren im Vorjahr noch genau 132.801 Personen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung an einem Arbeitsplatz im Agenturbezirk Frankfurt (Oder) nachgegangen.

Die regionalen Unternehmen meldeten 2018 einen Personalbedarf von insgesamt 9.628 offenen Stellen. Das entspricht einem Minus von 513 oder 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Jahresmittel waren 2018 je Monat 3.244 Stellen vakant. Das sind 210 oder 6,9 Prozent mehr als 2017.

Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder): „Der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre hat sich in Ostbrandenburg auch 2018 fortgesetzt. Die Arbeitslosenzahl ist weiter deutlich zurückgegangen und die Zahl der Menschen, die eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausüben, ist erneut gestiegen. Und die Personalnachfrage ist ungebrochen hoch. Mit einem konjunkturellen Abflauen muss nach dem ungewöhnlich langen Aufschwung gerechnet werden. Gleichzeitig wächst aber der Ersatzbedarf durch die selbst im Deutschlandvergleich besonders alten Belegschaften. Selbst den möglichen Auswirkungen des Brexits und der internationalen Handelskonflikte kann das weniger exportabhängige Ostbrandenburg, weitgehend gelassen entgegenblicken. Ich gehe davon aus, dass die Arbeitslosigkeit auch auf längere Sicht niedrig bleibt oder noch weiter sinkt. 

Eine Herausforderung bleibt die Reduzierung der Jugend-Arbeitslosigkeit. Darum wollen wir mit einer Ausweitung der Berufs- und Studienberatung, der Vermittlung von Ausbildungsstellen, Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung und vielfältigen Fördermöglichkeiten weiterkämpfen. Auch Jugendliche, die keine idealen Voraussetzungen mitbringen, brauchen eine Chance! Davon konnten wir bereits viele Ostbrandenburger Unternehmen überzeugen können – und wollen dies auch weiterhin tun.

Mit den Möglichkeiten des neuen Qualifizierungschancengesetzes unterstützen wir Beschäftigte und Unternehmen, für den anstehenden Strukturwandel, insbesondere durch die Digitalisierung, fit zu werden. Arbeitnehmer sollten sich eigeninitiativ fortbilden und etliche Arbeitgeber sind gefordert, die Qualität ihrer Jobs zu überprüfen und gegebenenfalls nachzubessern, sei es bei attraktiven Arbeitsbedingungen, flexiblen Arbeitszeiten, einem wertschätzenden Betriebsklima oder Entwicklungsperspektiven. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Ein Einstiegsgehalt für Fachkräfte knapp über dem Mindestlohn ist nicht mehr zeitgemäß. 

Beschäftigte, die jahre- oder jahrzehntelang zu ihrem Arbeitsplatz pendeln mussten, haben jetzt die Gelegenheit, eine Stelle in Wohnortnähe zu finden. Mobilität ist nach wie vor gefragt, aber nicht mehr in allen Berufen. Darauf weisen wir in einer gemeinsamen Kampagne mit der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg und der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg hin und haben seit Anfang Dezember bereits weit über 100 Anfragen von interessierten Pendlern bekommen.“ (https://fachkraefte-ostbrandenburg.de/)

Frank Mahlkow, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt (Oder), bewertet die aktuelle Situation für die Stadt: „Ich freue mich, das im zurückliegenden Jahr auch einige langzeitarbeitslose Frankfurterinnen und Frankfurter von der guten Entwicklung des Arbeitsmarktes profitiert und einen Job gefunden haben. Dennoch gibt es nach wie vor etliche, denen der wirtschaftliche Aufschwung nicht geholfen hat.

Mit dem zum Jahresende vom Bundestag beschlossenen Teilhabechancengesetzt haben wir neue Förderinstrumente, um diesen Menschen Beschäftigungsmöglichkeiten zu eröffnen. Dazu gehört neben sehr hohen Lohnkostenzuschüssen, die jeder Arbeitgeber, der Langzeitarbeitslose über einen längeren Zeitraum sozialversichert beschäftigt, beantragen kann, auch die ganzheitliche Betreuung der Arbeitnehmer in Form einer einjährigen Begleitung durch einen Coach.

Auf diese Weise fördern wir Arbeit statt Arbeitslosigkeit. Aus Sicht des Jobcenters können in Frankfurt (Oder) 50 bis 70 Arbeitsplätze gefördert werden. Dazu haben wir bereits Gespräche mit Arbeitgebern und potentiellen Arbeitnehmern geführt. Diese wollen wir jetzt so schnell wie möglich zusammenführen. Weitere Interessenten sind willkommen.“

Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland, bewertet die aktuelle Situation für den Landkreis: „Die Anzahl der arbeitslosen Menschen hat sich im Vergleich zum Vorjahr weiter positiv entwickelt. Gegenüber dem Vorjahresmonat nahm die Zahl der Arbeitslosen im Jobcenter Märkisch-Oderland um 571 Personen ab.

Um Langzeitarbeitslose auch künftig verstärkt bei der Aufnahme einer Arbeit zu unterstützen, nutzt das Jobcenter Märkisch-Oderland, neben Aktivierungs- und Qualifizierungsinstrumenten, ab sofort auch die neuen gesetzlichen Leistungen der Arbeitgeberförderung aus dem Teilhabechancengesetz, bei denen neben einem beschäftigungsbegleitenden Coaching, der anfängliche Lohn bezuschusst werden kann.

Dabei helfen die persönlichen Ansprechpartner im Jobcenter gerne mit Details zur Antragstellung und Kontakten weiter.“

 

 

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